Mittwoch, 18.3.09,
Schreiben, Planen, Spazierengehen und Lesen in Luang Namtha.

Nicht
sonderlich spannend, sondern eben ruhig und entspannt.Der Tag beginnt
wieder schon kurz vor 7 Uhr mit langer morgendlicher
Regierungspropaganda über Lautsprecher. Hab ich eigentlich schon
mal über diese nützliche Erfindung geschrieben:
Funktioniert gut: „Arsch-dusche“. Ist hier wie in Thailand recht
weit verbreitet.


Markt,
Reishandel.
Nachmittags sehe ich wieder singende Jugendliche.
Am Abend regnet es ein wenig. Sehr angenehm, bei dem Dunst in der Luft.
Donnerstag, 19.3.09, Luang Namtha – Udomxai, 123 km, 7:25h, hoch=2h
Mal wieder long-distance-riding mit dem „pushbike“. So ein Ami auf'm „Motorbike“ (gekauftes Moped aus Vietnam) bei einer kurzen Begegnung.


Es
gibt auch andere Begegnungen.
Das Wetter ist gut, die Straße
ist schlecht, immer wieder unterbrechen Schlaglöcher die
Asphaltdecke oder besser: Asphalt unterbricht die Schlaglöcher
auf der ganzen Straßenbreite.

Mich
erinnert das an eine schlechte französische Dorfstraße,
ist aber eine der wenigen asphaltierten Straßen des Landes,
Kreuzungen mit anderen asphaltierten Straßen gibt es ca. alle
80 km.Da nur die oberste Schicht fehlt, kommen große Steine zum
Vorschein, es fährt sich schlechter als auf Schotter. Trotzdem
komme ich gegen 5 in Udomxai an und finde eine sauberes Guesthouse in
dieser staubigen, kleinen, hektischen und im Bau befindlichen
Stadt.
Abends findet sich eine 4-er Runde im Restaurant, Kanada,
Australien, 2 x Deutschland, gepflegte Konversation und interessante
Geschichten.
Freitag, 20.3.09, Udomxai – PakMong, 85 km, 6:20h, hoch=3h,
Mal schlecht geschlafen, Frühstück suchen dauert lange, also erst um 9 los. Nach nur 6 km fängt der Berg an und hört erst bei 25 km auf. Es geht etwas runter, um durch eine hügelige Ebene auf den nächsten Berg zuzulaufen,wieder 2 Stunden auf dem 1. Kettenblatt, Erschöpfung macht sich breit, bei 59 km geht's wieder runter. So komme ich 8 Stunden später, nach 6,5 Stunden im Sattel, gegen 17:00 in PakMong an, sehr ländlich, aber Guesthouse.
Wegen den Bergen wird meine Geschwindigkeit immer geringer. Gutes „Training“ vor sehr idyllischer Kulisse.


Das
Wetter geht mir auf den Keks, die Luft ist diesig, wohl wegen der
vielen Brandrodung, und wenn dann noch Wolken dazukommen, ist's mir
zu dunkel, fast unheimlich, auf jeden Fall macht's depressiv.
Schlechte Jahreszeit für's Reisen in Nord-Laos, dies Licht und
keine Sicht. Scheiß Brandrodung, naja, die Regierung will's ab
2010 verbieten.
Samstag, 21.3.09, PakMong – LuangPrabang, 118 km, 7h, hoch=1h,


Besser
geschlafen, Frühstück aus Nudelsuppe und Kaffee und Tee
fast auf'm Busbahnhof, Pflaster im Schuh, erste Scherstelle, die
ersten km rollen unerwartet gut weil's eben ist, ich teile eine
Melone mit einem Bauern, schaue mir das Handwerk an,
nach 40 km
komme ich an den Nam Ou,
schöner Fluß, groß wie
die Weser, Thilo(Udomxai) erzählte, er habe am Oberlauf ein
Langboot gekauft und wäre diesen Fluß runtergeschippert,
später sehe ich auch Kanuten und ein Touristenboot, daneben
immer wieder Fischer und andere Einheimische, wunderschön
Bei meiner Mittagspause beobachte ich 2 Männer, die Kies per Hand aus dem Fluß holen. Die Fahrt am Flußufer war dagegen hügeliger als erwartet, ich war langsamer als gedacht.


Immer
wieder muss ich Wasser oder andere Getränke nachladen.
Auch
die gibt's hier.

Und
modernere Fortbewegungsmittel:


Die
km am Nachmittag waren quälend lang und anstrengend,
erst in
der Nähe von LuangPrabang halfen die Erwartung und die Eindrücke
weiter.
Die Siedlungsstruktur ändert sich, vielleicht ist es
zuviel, zu sagen, die Kultur ändere sich auf diesen km, es gibt
einfach viel mehr Stein/Zement-Häuser, mehr Verkehr, ich bin
anscheinend aus den Bergen etwas raus und näher an der
Zivilisation(?).

LuangPrabang
ist Weltkulturerbestadt(städtebauliches Gesamtensemble), eine
der größten Städte von Laos ( eine der schönsten!),
hat 'n internationalen Flughafen, ich komme gegen 17:00 Uhr an, will
mich orientieren, Eindrücke sammeln, ein Hotel suchen.

Nach
dem Duschen ist es 18:00, kurz vor'm dämmern. Was ich sehe, am
ersten Abend in der Dämmerung und Dunkelheit, ist viel
westliches Volk, Kolonialbauten, Tempel,

die
ersten Glühbirnen( statt Energiesparlampen), es soll über
100 Hotels/Guesthouses geben, die Preise durchgängig höher
als im Rest des Landes, bis in international übliche
Preisregionen über 100$.
Ich hab noch keinen Plan, welches der geeigneteste Weg von hier nach Hanoi ist.

Sonntag, 22.3.09,
Relaxation, nothing else. Frühstücken, wieder auf's Bettlegen, kleiner Spaziergang durch die Hauptstraße (Ausländermeile),

lesen,
Leckereien (Croissant, Zimtrolle) genießen, unweigerlich kommt
man an vielen Tempeln vorbei,

ins
Internet schauen, skypen, schon ist der Tag vorbei. Ist schön
hier, lässt sich gut aushalten. Kleine Stadt, trotzdem Flair und
Trubel, auch ruhige Ecken, dazu der Mekong.