Sonntag, Montag, Dienstag, 22. - 24.3.09
3 Tage in LuangPrabang. Besichtige

das
Nationalmuseum und

diverse
Wats.





Mein
Rücken schmerzt immer noch, Nerv oder Muskel verklemmt, auch
Massage nutzt nichts, schonen und beobachten. Mein Hotel liegt
zentral, ich gehe oft ein und aus, nach jeder Tour kurze Pause im
Zimmer. Essen und Trinken ist vielfältig und lecker , aber auch
relativ teuer. In der Stadt mit den vielen Tempeln laufen auch viele
Mönche rum, auffallend viele junge.

Einer
erzäht mir, dass seine Novizenzeit in einem Jahr beendet sei und
er dann auf ein College wolle. Offensichtlich ist das keine Sache auf
Lebenszeit. Der Buddhismus ist mir unverständlich und fremd, mit
seiner Bedeutsamkeit wird er mir schon langsam unheimlich.
Am
Abend – während ich im Internetcafe sitze, fällt
plötzlich in der ganzen Stadt der Strom aus. Es wird sehr
dunkel, zum Glück findet man die Bar auch mit Kerzen, ein
deutsches Paar erzählt mir von den Widrigkeiten einer
Pauschalreise.
Am dritter Tag schwillt die Tatkraft, ich will
weiter. Plane und treffe Vorbereitungen.
Mittwoch, 25.3.09, Luang Prabang - Nong Khiaw, Bus + 23 km,
Ich muss ein Stück zurück,
dafür werde ich den Bus benutzen.
Der Bus sollte alle 2
Stunden fahren, ich wollte den um 11 Uhr nehmen. Der Bus um 11
stellte sich als Minibus raus, und losfahren wollte er auch nicht.
Zwar konnte man schon mal das Rad auf dem Dach befestigen, aber
entweder war die Zahl der Gäste noch zu gering, oder man musste
auf die richtigen Leute noch warten. Jedenfalls gings um viertel vor
Eins los. Immerhin. Ich wollte nur bis Pak Mong mitfahren, die
Strecke eben zurück, die ich wenige Tage vorher mit dem Rad
gefahren war. Aber kurz vor diesem Ort wurde es düster, dunkle
Wolken zogen auf und es fing langsam an zu regnen. Also bin ich noch
8 km weiter mitgefahren, gut so, denn nun fing es richtig an aus
allen Rohren zu schütten. Am Ziel, in NamBak schüttete es
immer noch, untergestellt, schon pitschnass vom Sachen runter und
rausholen. Ein Angebot, hier zu übernachten, habe ich
ausgeschlagen.

Dann
war der Guss vorbei und ich konnte in aller Ruhe nach Nong Khiaw
fahren.
Dieser Ort liegt wieder am besagten Nam Ou,

hier
ist ein Außenposten der internationalen Traveller- und
Rucksackgilde, entsprechend viele Gästehäuser mit
europäisch lesbarer und orientierter Speisekarte.

Von
hier fährt man mit dem Boot entweder flußaufwärts
(ein idyllischer Ort ohne Autos und Mopeds, nur per Boot zu
erreichen) oder flußabwärts nach LuangPrabang. Oder wie
ich weiter mit dem Rad nach Osten.
Sieht gut aus hier, der Fluß, die Felsen, die Hütten,...
Donnerstag, 26.33.09, Nong Khiaw – Viang Kham, 52 km, 4h, 2h hoch
Morgens sehe ich schroffe hohe Kalkfelsen, davor schweben einzelne Wolkenbänder.

Die
lösen sich im Laufe des Frühstücks auf, dafür
wird es wieder dunstig. Diesmal geht es nach 5km in die Berge, wieder
für ca 2 Stunden bergauf,

[so
sieht es nach ¾ Stunde aus] nach einer Stunde erwartete ich
das Ende der Steigungen hinter jeder Kurve, aber – Satz mit X –
es geht immer höher und höher, auch wenn die Berge rechts
und links schon tiefer liegen, findet sich noch ein Berg, über
den die Straße drüber muss. Ich muss jedesmal aufpassen,
nicht in einen Endspurt zu verfallen, sondern ruhig und bedächtig
zu fahren, bis ich wirklich oben bin. Da ich gemütlich vom Hof
gefahren war, kam ich gegen 3 in Viang Kham an, mehr Dorf als Stadt,
sehr lang, immer an der Straße entlang, parallel zum Fluß.
Das Gästehaus, das ich fand, war nicht schön, dafür
auch nicht wirklich billig ( 3,-€), kein Handtuch, keine frische
Bettwäsche, ein großer Raum, durch Bambusmatten in
verschiedene Verschläge aufgeteilt, ein Moskitonetz, Eisenstäbe
vorm Fenster, Platz für das Bett und einen Gang davor, Nägel
an der Wand. Stolz führte mir der Wirt seine Englisch-Kenntnisse
vor und zeigte mir die Waschgelegenheiten – mit fließendem
Wasser aus dem Hahn in 1,50m Höhe – das ist doch eine Dusche!
- dazu die inzwischen üblichen Kübel mit Wasser und
Schöpfkelle, ein Hock-klo.
Nach einer Waschung habe ich erstmal das Dorf nach was Essbarem für morgen abgesucht, dabei laberte mich ein dicker Mann voll, es stellte sich heraus, dass ich doch mal in sein Restaurant kommen solle, ja und es gäbe da einen Ort in 50 km Entfernung, in dem es viele schöne Gästehäuser gebe, komisch, auf meinen Karten war der Ort nicht verzeichnet, immerhin, mein Hotelwirt kannte den Ort, meinte aber, da wäre KEINE Gästehäuser.
So verging der helle Teil des Tages, da es hier schon Strom gibt, verbrachte ich den späteren Teil teils plaudernd – Schüler, die mir ihre Englischbücher zeigten und daraus vorlasen – es entwickelte sich noch einiges mehr daraus; und später lesend im Bett. Beim Schnarchen der Leute aus den anderen Zimmern – war nämlich gut besucht – bin ich dann auch in einen flachen Schlaf gesunken. Es gab wieder einen kleinen Regenschauer.
Freitag, 27.3.09, Viang Kham – Sup Heuang, 53 km, 4:15h, 3h hoch,
In Unkenntnis der vor mir liegenden Strecke bin ich sehr früh losgefahren. Zwanzig vor Acht vom Hof, das ist neuer Rekord. Nun war es auch nicht besonders anheimelnd im Bett, ich war froh, wieder da raus zu sein, glaube auch, ich habe keine Flöhe eingefangen.
Der nächste Ort, an dem es sicher ein Gästegaus gibt, liegt 120 km entfernt, und bei den hiesigen Gebirgsverhältnissen kann das ganz schön lange dauern und auf die Kräfte gehen. Aber es gab ja noch den Tipp vom dicken Mann. Als Reserve hatte ich mir überlegt, wenn es wirklich wieder so bergig würde, und kein Gästehaus auf halber Strecke läge, könnte ich versuchen, zu trampen und notfalls einfach jemand ansprechen, ob ich bei ihm zu Hause schlafen könne.
Mit dieser Ungewissheit bin ich also los, war aber ganz zuversichtlich, eine Lösung zu finden.
Der Berg kam dann auch wieder mit aller
Macht, schon direkt am Ortsausgang, und hörte wieder erst nach 2
1/2 Stunden auf. Mein Stundenschnitt ist hier äußerst
niedrig, ich komme nur auf 12, 13 km pro Stunde, nachdem ich in
Thailand, im Flachland noch 18, 19 km erreicht hatte.
Nach 50 km
und 4 Stunden Fahrt dann eine Mittagspause, ich bekam Besuch von 2
Jugendlichen und eine dicke Regenwolke zog heran. Siehe da, wär
hätte das geglaubt – ich jedenfalls nicht! - die beiden
bestätigten mir die Existenz eines Gästehauses. In nun nur
noch 1 km Entfernung! Da bin dann nach einiger Zeit hin, erst
vorbeigefahren, dann gefunden – unscheinbares Schild – wieder
sehr rustikal aber etwas symphatischer. Hier hängen wieder keine
Stromleitungen entlang der Straße, dafür sehe ich
Fernsehantennen, wie geht denn das zusammen?

Im
Fluß sehe ich kleine Wasserräder, hmm, hinter meinem
Gästehaus steht ein kleiner Generator. Ahh so. In meinem Zimmer
ist jedenfalls kein Strom, aber ich habe eine Kerze.
Gewaschen
wird sich hinter dem Haus, auf einer Plattform mit einem großen
Wasserbehälter, 5 m weiter den Hang runter ist das Häuschen
mit dem Klo.

Im
lokalen Restaurant gibt es kaltes Huhn mit kaltem Klebreis und warme
Hühnerbrühe. Keine Auswahl. Aber kaltes Bier. Na gut.
Nebenbei läuft der TV, vor dem Fenster stehen einige Menschen
und schauen zu. Oder schauen mir auf den Teller. Hmm.
In jedem
Dorf, an dem ich vorbei komme, stehen in oder an den meisten Häusern
Webstühle.
Samstag, 28.3.09, Sup Heuang – Vieng Thong, 70 km, 6h, 4h hoch
In der Nacht hat es wieder geregnet. Sollte die Regenzeit schon beginnen? Auf jeden Fall wird der Rauch aus der Luft gewaschen.
Rasieren kann man sich also auch unter freiem Himmel ohne fließendes Wasser.
Was gibt es zum Frühstück? Kaltes Huhn mit kaltem Klebreis und warme Hühnerbrühe. Dazu grüner Tee. Zum Abschied schenkt mir die Wirtin noch 2 Bananen.
Im Dorf wird gerade ein Baum gefällt,
ich muss warten, bis der Stamm von der Straße gerollt werden
kann.
Dann geht es los, zwei Mal geht es für 5 km parallel
zu einem Fluß, ansonsten geht es bergauf, bergab, bergauf,
bergab, ..., jaja, so ist das wohl im Gebirge, da gibt es keine ebene
Stelle. Irgendwie verläuft die Straße immer quer zu den
großen Flüssen. Einige Baustellen, sonst ist die Straße
immerhin ganz gut. Nach 2 ½ Stunden überholt mich das
erste Auto, ich dachte, das wäre eine Hauptverkehrsstraße.
Ich
habe heute ein „kleines“ Motivationsloch, ich empfinde das
Hochfahren auf die Berge heute als reine Quälerei, wofür
tue ich mir das an?
In den Dörfern komme ich nicht über die Begrüßungsworte hinaus, immer wieder „Sabaidii“, lächeln, winken, freundliche Menschen, aber ohne laotisch ist alles unschön.
Nach 6 Stunden erreicheich Vieng Thong, das soll für heute genug sein. Größeres Dorf, mehrere Gästehäuser und Restaurants, ganz netter Eindruck, friedlich, lauschig und ruhig.

Um
22:30 geht auch hier der Strom und das Licht aus. Mein Handy hat seit
2 Tagen keinenEmpfang, über Internet brauchen wir gar nicht zu
reden.
Ein nicht mehr junges französisches Päarchen fährt mit einem dicken Motorrad die Strecke in entgegengesetzter Richtung, wir tauschen Eindrücke aus.
Endlich einmal wieder Essen nach Speisekarte. Lecker.
Sonntag, 29.3.09, Vieng Thong – Nam Neun, 67 km, 5:30h, 3,5 hoch,
Raus ausm Ort, rein in die Steigung, rein in den Regen. Teils Sintflutartig. Nach 2,5 h oben. Derweil sind meine Sachen wieder trocken.

Nun
gehts lange bergab. Idyllische Ausblicke, auf Nebelschwaden und
Wolken von oben und grüne Täler.
Es geht gemütlich bis 15 km vorm Tagessziel. Am Straßenrand kaufe ich ein Stück Melone: Die Jungs wollen einen viel zu hohen Preis: Abziehe, egal.
Da geht es unmotiviert noch mal vom Fluß weg und richtig hoch. Eine Stunde kraxeln. Oben kommen die Dorfbewohner als Großgruppe vomFeld, ich überhole, Austausch von unverständlichen Worten und Gesten, Lächeln.
Fast zu schön bisher. On top of mountain ein Dorf und - : die Weggabelung: links nach Sam Neua, da willich hin, aber noch 95 km, recht nach Nam Neun, 7 km, da sollen Gästehäuser sein. Wie ich da so stehe, sehe ich ein kleines Schild: Guesthouse. Zu Essen gibts auch: Tütensuppe. Die Zimmer rohe Bretterverschläge ohne Fenster, ohne Matratze, die Betten zu kurz. Nee, das dann doch nicht. Leider geht es nach NamNeun 7km steil, wirklich steil bergab. Oh, was für eine Schande, eine Stunde kraxeln und nun alles wieder runter. Nur für ein schöneres Bett.
Aber ich habe mich entschieden: Morgen soll eine Busetappe folgen. Da brauche ich Informationen, wann der Bus kommt und wo er hält, und es ist egal, ich brauche die Steigung nicht wieder hoch.

Leider
spricht in diesem Kaff auch keiner Englich, meine Versuche, die
Buszeiten rauszukriegen, stellen sich als schwierig dar und ich
erhalte unterschiedliche Auskünfte. Beim Gespräch schaut
man ganz ungeniert und neugierig in meine offene Lenkertasche.
Immerhin erhalte ich ein anständiges Essen.
Immer noch kein Netz. Jedenfalls für meine Anbieter. Strom von halb sieben bis halb 10. Gehts mir gut!
Montag, 30.3.09, Nam Neun – Sam Neua, Bus
Zwar ziehen meine Oberschenkel beim Aufstehen, aber ich habe gute Laune und könnte auch gut weiterradeln.
Der „Hotel“wirt geleitet mich zu einem Restaurant, offensichtlich hatte ich gerstern abend das „falsche“ ausgewählt. Auch hier: es gibt eine Speisekarte in Englisch, aber nur wenige Sachen daraus sind verfügbar.

Ich
darf mal wieder ein Loch flicken, ganz entspannt, und warte auf den
Bus. Laufen mir 4 junge Franzosen über den Weg, 'aben gerade
einen Kleinbus nach Sam Neua gechartet . Ich kann mich anschließen,
der fährt fast 3 Stunden, rauf, runter, Kurve rechts, Kurve
links, usw., zwischendurch mal etwas flacher, dann wieder steil, kein
Gästehaus, die Dörfer mit mehr Holz statt Bambus, mehr
Reisterrassen.
Nettes Geplaudere mit 2 der 4 Franzosen.
In Sam Neua fängt es wieder an zu regnen. Diesmal für den ganzen Nachmittag. Regenzeit!
Der Mann von der Touristeninfo verrät mir, dass der von mir avisierte Grenzübergang nach Vietnam (es sind nur noch 80km) nur für Laoten und Vietnamesen offen ist – umdisponieren!, geht aber.
Auf dem Markt ist die Versorgungslage besser als an den meisten Orten, die ich bisher sah, ich fresse mich einmal durch.
Überall steht eine Kiste oder ein Korb oder eine Tüte voll Geld, das scheint recht unpraktisch zu sein, bei dem geringen Wert der einzelnen Scheine braucht man irre viel davon.
Hier gibts mal ein Guesthouse mit Hotelstandard. Find ich auch cool. Aber niemand der Englisch spricht, das Wort Laundry kann ich selber in die Hand nehmen.
Dienstag, 31.3.09, Sam Neua - Vieng Xay, 33km, keine langen, steilenAnstiege
Werde von Baulärm geweckt, ist halt 'ne geschäftige Provinzhauptstadt.

Nach
2 Stunden fahren, teils durch dichten Nebel/Wolken, bin ich in Vieng
Xai.Hier hängen die Wolken schon wieder 100m höher, man
sieht etwas. Ein Tal mit schroffen Kalksteinfelsen, in denen über
400 Höhlen liegen sollen. Während die Hänge des Tals
bergig schräg sind, stehen diese Felsen in dem weiten Tal
unvermittelt senkrecht 100 m hoch. Darin ein Kaff: Vieng Xay, Stadt
des Sieges. Alles nach 1973 gebaut.

Während
des Vietnamkrieges hatte sich hier die Leitung, das Politbüro,
der laotischen Befreiungsbewegung „Pathet Lao“ vor den
Amerikanern in den Höhlen in Sicherheit gebracht und
organisierte den Widerstand im ganzen Land. Aus dieser Bewegung ging
dann der Staat Laos und die herschende Regierungsgruppierung hervor.

In
Kriegszeiten haben die Amerikaner hier Unmengen an Bomben und Raketen
abgeladen, konnten aber die Menschen, die in den Höhlen lebten,
nicht treffen. Auf jeden Fall konnte in dem Tal keine Hütte mehr
gestanden haben. Heute ist das hier eine nationale Gedenkstätte.
Einige Höhlen kann man besichtigen, was ich auch getan habe. Ich
traf Thomas, der auch in die Höhlen wollte, und so haben wir den
Guide belabert, trotz Regen eine Führung durchzuführen. Die
Höhlen liegen einige Meter auseinander, deshalb konnte man
durchaus nass werden. Die Höhlen sind nicht riesig, aber man
hatte dort halt 9 Jahre gelebt, es gab also Schlaf-, Ess-, Wasch-,
Versammlungs- und Schutzräume, eine Bibliothek.

Wenn
hier die Amerikaner eden Tag, teils 24 Stunden lang, Bomben geworfen
haben, muss das schrecklich gewesen sein in den Höhlen.
Der Regen hört gar nicht mehr auf. Nieselregen.
Mit Thomas bin ich auch zum Abendessen gegangen.Endlich mal wieder 'n interessantes Gespräch.
Auch hier: es gibt eine lange Speisekarte, aber nur wenige Gerichte sind machbar.
Farbe von Laos ist braun-grün,
Zur Erinnerung an die vielen Toten gibt es hier viele mit roten Blumen bepflanzte Rabatten vor den Gärten.