Mittwoch, 21.1.09, Abflugtag! Beginn des 2. Teils der Reise!
Also früh aufstehen, packen, Probefahrt mit den neuen Reifen am Rad, der neuen Kette (nicht überzeugend, heavy sounds), überhaupt mal sehen, wie's sich fährt nach dem Flug. Die Arbeiten an den PC's beenden. Kamera, Handy aufladen, den Mp3-Player vergessen. Ulla bringt mich zum Zug – super, nun geht's los.
Viel Neugier, bisschen Angst, hauptsächlich, weil wichtige Hilfsmittel wegfallen: Karte – hab ich nur 'ne schlechte – Internet: gibts wohl nur selten, Sprache und Schrift(! Nicht mal die!!): versteh ich nicht. Aber Thailand ist ja 'ne Touristen Hochburg. Des weiteren erwarte ich Hitze und viel Gewusel von Menschen.
Habe zu cool am Flughafen bis zur Check-In-Zeit gewartet, musste dann in die Schlange vor der Sicherheitskontrolle, bin dabei nervös geworden, wie sich raus stellte, mal zu Recht: Hatte das Zelt im Handgepäck, und das fand die Security nicht ok! Die haben Zeltstangen und Häringe nicht durch gelassen. Im Galopp zum Abfertigungsschalter, oh Mist, Fluggepäck schon geschlossen. Oh jee. Erstes Problem. Auch der allgemeine Schalter von Air Berlin wollte – nach eigenen Aussagen „durfte“- das Gepäck nicht annehmen. Beim Handelsblatt-Café jemanden gefunden, der die Stangen aufbewahren wollte. Großzügiges Trinkgeld versprochen, abgegeben, weiter gehastet, zum 2. Aufruf am Boarding-Schalter erschienen. Schweiß überströmt! Immerhin in time angekommen! Noch mal 5 Minuten gewartet, die Schlange ins Flugzeug rein war's diesmal. Derweil Borinski angerufen, auch erreicht. Sie konnte nichts versprechen, will sich aber bemühen. Mal sehen. Für die ersten Woche ist das Zelt ja wohl entbehrlich. Aber wenn sie oder Farhad die Stangen nicht kriegen, kann ich den Rest vom Zelt in die Tonne treten. Vielleicht klappt es ja, dass Ulla die Stangen mit nimmt. Wäre mir lieb, in Laos etc. ein Zelt für alle Fälle dabei zu haben.
Das Flugzeug ist sehr eng, ich stoße mit den Knien an den vorderen Sitz. Ist das immer so beim Charterflug?? Dann in Zukunft nur noch Linie! Und wieder sind die Sitze nur marginal nach hinten zu lehnen. Also wenig Schlaf, die Beine kommen nicht in die Entspannung. 10 Stunden Nachtflug wollen gut überlegt sein.
Donnerstag, 22.1.09, Ankunft in Bangkok
Und so geht der Flug in den nächsten Tag hinein! Halbschlaf, neue Positionen ausprobieren (ohne durchgreifenden Erfolg), im Flugzeug rumlaufen! Um 2 Uhr MEZ gibt es Frühstück. Ok. Um 4 Uhr MEZ = 10 Uhr Bangkok-Zeit landen wir.
Der Himmel verwaschen grau, schwül warm. Das Flughafengebäude wie überall. Langsam los. Umher schauen, Café trinken. Gar nicht erst versuchen zu radeln. Bestimmt wieder nur Autobahn vom Airport. In den Bus. Nach Bangkok. ¾ Stunde= 150 Baht = 3,75€.

Die
Aussicht aus dem Fenster: Traurige Tropen! Schlecht gebaute
Industrieware in üppigem Grün. Kleine, in Ecken gequetschte
Wohnhäuser, Abfall allerorten. Traurig!
In der schwül warmen Hitze mitten in Bangkok ausgestiegen. Kao Sarn Road. Traveller-Centrum. War mir empfohlen worden. Rad zusammengebaut, sogleich in ein Gespräch mit Asienreisenden ( bis Moskau) verwickelt. Das Viertel besteht aus gleich vielen Touries wie Einheimischen. Damit hab ich auch so meine Probleme. Merkwürdige Vögel sind das, nicht immer so richtig sympathisch. Wiederholte Ansprache, was zu kaufen. Meine Hotel-Empfehlungen waren alle ausgebucht, ich war schlicht zu spät um 13:30 Uhr, Check-Out ist um 11:30, da wird gleich neu gedealt. 5 weitere Gästehäuser auch, also hab ich das nächste akzeptable freie Haus genommen. Später entdeckte ich dann mehr, schönere, freie Häuser. Heute nur gemeinsame kalte Dusche, Klo und Waschbecken. Dafür ein konkurrenzfähiger Preis: 5€ und sauber. Mittag gegessen: Obstsaft, Suppe und Milch-Shake für 3€.
Der als „klein“ geplante Spaziergang dehnte sich dann unerwartet aus. Die erste Stunde hatte ich einen Plan, wo ich bin. Vorbei am Fluss,

und
an Tempeln.

Doch
irgendwann war's dann mit der Übersicht vorbei. Nun kann ich
zwar über schlechte Karten schimpfen und untergehende Sonne,
aber das ist mir trotzdem noch nicht passiert: Ich bin bestimmt eine
Stunde in die falsche Richtung gelatscht, denn das einzige, was ich
identifizieren konnte, war der Name einer Straße, und die hat
bekanntlich 2 Richtungen. Als mir klar wurde, dass ich falsch bin und
ich keine Lust mehr zum Laufen hatte, hab ich dann ein Tuk-Tuk
gerufen.

Der
2. Fahrer brachte mich dann wieder zu der einzigen mir bekannten
Straße zurück. So kam ich wieder in mein Gästehaus,
konnte ein Bier trinken und etwas essen und bin beim Schreiben fast
eingeschlafen -Schlafmangel.
Insgesamt fehlen mir am heutigen Tag doch einige vertraute Wahrnehmungen. Ich bin wohl doch in die FREMDE gefahren, da schau her. Die Sprache, die Schrift, der Himmel, das Klima, die Farbe der Pflanzen, die Muster an den Denkmälern, die Mienen der Menschen, der Verkehrsfluss, das ewige Angelabere, was zu kaufen, die Internet-Cafés - alles ist anders. Ich fühl mich hier noch nicht gut!
Außerdem ist die Stadt ein Moloch, es stinkt und ist laut. Viele Verkehrsteilnehmer tragen Mundschutz
Nur Autos und Handys sind gleich.

Schlimm
ist die Unfähigkeit, die Schrift zu lesen: Man steht vor
Straßenschildern, Hinweisschildern, vor beschrifteten Häusern
und weiß überhaupt nicht, was das ist.