Freitag, 23.1.09
Am Morgen hab ich mich auf die Suche nach einem -neuen Gästehaus gemacht. Schon Nummer 2 war erfolgreich, grad auf der anderen Straßenseite. Diesmal der vierfache Preis( 19,-€),aber dafür mit Air-Condi, weißen Bettlaken und eigenem Bad mit warmem Wasser.
Noch mal verläufst du dich hier nicht, dachte ich mir und kaufte eine etwas bessere Karte. Nach Müsli und Saft bin ich dann auf die Hauptattraktionen zu, vorbei an kleineren Attraktionen,

den
Grand Palace mit dem Tempel des „Emerald Buddha“.

Eine
geliehene lange Hose war Pflicht.

War
auch sehr schön anzuschauen, unglaubliche Detailversessenheit
und merkwürdige Figuren,

man
müsste die dazugehörigen Geschichten besser kennen.


Dann lief mir noch ein weiterer Buddha über den Weg, liegend, in einem Tempel, ca. 40 Meter lang, komplett vergoldet.

Whow!
Beim Weiterfahren dann relativ einfach bekannte Orte wiedergefunden
und ohne Stress zurück. Derweil mal noch genauere Karten
gesucht, auch die einfachen Dinge wollen gelernt werden: z.B. die
Straße zu überqueren ist nicht so einfach, wie man denkt.
Bisschen rumlaufen, staunen, Essen und Trinken besorgen, und diesmal
mit Anbruch der Dunkelheit wieder in bekannten Gebieten sein.
Anschließend ein Weilchen im Internet unterwegs gewesen.
Samstag, 24.1.09
Das Bett war gut, die Kühle angenehm, besser geschlafen. Am Morgen, immer noch leicht zerschlagen und unlustig, das klimatisierte Bett zu verlassen, mach ich mir viele Sorgen: Ich kann ja noch nicht mal ein Hotel als Hotel erkennen, wenn das nur in Thai beschriftet ist. Wege zu finden, wird auch nicht so einfach. Hab ja diese neue Erfahrung – verirren – jetzt schon gemacht. Und mein seelisches Gleichgewicht hab ich auch noch nicht so richtig wieder gefunden, kleine Kleinigkeiten, wie ein Zimmer, aus dem ich raus muss wegen einer Reservierung, bringen mich schlecht drauf.
Bin noch müde, aber es ist halb zehn, ich muss raus. Das Zimmer abgeben , ein neues suchen. Diesmal dauert es eine halbe Stunde, bei meinem ersten Spaziergang hatte ich was nettes gesehen, und das ist auch immer noch nett, etwas abgelegen, aber sauber und ruhig und preiswert (11,-€), mit A/C und Bad, dafür dem Charme einer sozialistischen Lagerhalle. Macht nix, ist gut so.
Auf engstem Raum finden sich Tempel und Buden.

So,
nach weiteren Einkäufen(Moskitonetz, Passfotos, Sim-Karte) habe
ich mich auf eine weitere weitere Exkursion gewagt, bis in entlegene
Stadtteile, wieder macht mir die warme Luft in Verbindung mit den
Abgasen deutlich zu schaffen, ich gerate in eine thailändische
Shopping-Meile von ungeahnten Ausmaßen, neben dem riesigen
Kaufhaus in der 4. Etage ein Riesensaal mit 300 kleinen Händlern,
die mir Handys andrehen oder Simkarten entsperren oder I-Phone Kopien
für 150€ verkaufen wollen, vor der Tür kreischende
Teenager,

weil
andere Teenager rumhopsen und singen; und dann eine gediegene
nichtsdestotrotz chaotisch volle Einkaufsstraße mit
Markenartikelläden.
Zu Erholung durchquere ich ein Uni-Gelände mit Schuluniform tragenden Studenten und kehre dann über Chinatown zurück.

Da
scheint sich irgendwie das Neujahrsfest anzubahnen, überall
hängen Spruchbänder und Lampions.

Also
gegen diese Stadt ist das Radfahren in New York eine einfache
Spazierfahrt, hier muss man sich seinen Weg mit nur Zentimetern Luft
zwischen Bussen, Autos, Gemüsekarren, Mopedrikschas und
entgegenkommenden Mopeds bahnen, dabei die gelegentlichen
Straßenschilder suchen und halbwegs die Orientierung behalten.
Ich beschließe, den Start meiner Radtour um einen Tag zu
verschieben auf übermorgen.
Am Abend finde ich sogar einen gut sortierten Fahrradladen und ein nettes chinesisches Restaurant am Straßenrand. Nachdem ich Platz genommen habe, rangiert sich mit Millimeter Abstand zu den Tischen ein Betonmischer vorbei, um kurz danach seinen Brei abzulassen. Als der weg ist, komme ich mit einer netten Australierin, die in Hongkong lebt und hier Urlaub macht ins Gespräch. Es kommen während unseres Essens noch 2 weitere Mischer vorbei, zum Schluss wird kurzerhand die Straße neu betoniert. Zeit ins Bett zu gehen.