Sonntag, 25.1.09

Hier heißt es: A/C auf 29°C, dann kann ich gut mit nur einem Tuch bedeckt gut schlafen

Hab ein „Zuhause“ für ein, zwei Tage gefunden(!), das macht schon ein Stück Wohlfühlen. „Riverline Guesthouse“ heißt es. Vom Dach schöner Blick auf den Fluss, Zimmer ok, Personal total nett und freundlich, relaxte Atmosphäre.


Hab wieder am Morgen ein paar Dinge besorgt, die (Ersatz-)Brille war kaputt und einen „Lonely Planet- Reiseführer“ - in der Hoffnung, darin genügend Unterkunftsadressen zu finden, um danach Tagesetappen planen zu können. (Zweifel. Nur wenige Städte meiner Richtung sind beschrieben.)






Bin dann zu Fuß zum Anleger des Bootes, so 'ne Art Fluss-Bus, um für 40 Cent einmal bis zum südlichen Ende der Stadt zu schippern. Nette Perspektive auf die Stadt. Interessante Boote.
Kurzer Spaziergang folgte, vollstopfen mit Kuchen und Smoothie (es ist Sonntag nachmittag) und dann zurück, dabei dämmerte es schon wieder.

Pünktlich um kurz nach sechs geht die Sonne unter. Etwas weiter gefahren als nötig, im Dunkeln zu Fuß zurück durch ein neues Viertel, dass der Reiseführer als touristisch interessant bezeichnet hatte (naja), Essen am Straßenrand – lecker – ab ins Guesthouse, dort saß ein flüchtiger Bekannter, der auch geradelt war: plauder, oberflächlich!, Briefe tippen, um Mitternacht ins Internetcafe zum abschicken, Bier gab's nach Mitternacht in den durchaus noch offenen Läden nicht mehr, also mit O-Saft ins Bett. Morgen noch mal in Bkk bleiben!


Montag, 26.1.09












Ok, zu spät aus dem Bett, das muss anders werden. Diesmal noch'n Phrase-book und Lebensmittelreserven besorgt und nach dem Weg aus der abgasgeschwängerten Stadt per Bus gesucht. Außerdem ein neues Kettenblatt, das mittlere, angeschraubt.
Ins I-Cafe, Texte hochladen. Das reichte bis zum Mittagsschlaf. Der Himmel ist diesig,obwohl die Sonne scheint. In vielen Teilen der Stadt ruht das Geschäftsleben. Für 3 Tage wird chinesisches Neujahrsfest gefeiert.
Den schärfsten Tempel gefunden, auf der anderen Flussseite: Wat Arunrat Chawararam!
Große und kleine Türme,unten breit, nach oben sich verjüngend, über und über mit 'Figuren besetzt. Irre. Super Muster! Wilde Gestalten, unendliche Muster!
Zurück per Fähre: 15 Cent!


Morgen geht's jetzt aber mit dem Rad los, jetzt reicht's mit dieser Stadt.

Sie ist ja schön ... und hässlich,
voller Geräusche: Musik, Motoren, Vögel, Gespräche, Kindergeschrei, Gongschläge, Trillerpfeifen, ... und sehr laut,
voller verschiedenster Gerüche, intensivste Gewürze bis stinkig,
sehr lebendig, auf engstem Raum findet vielfältigstes Leben statt,
erstaunlich, wo man in den Kaufhäusern oder anderen Geschäften Verkäufer findet: hinterm Tresen hockend, auf dem Boden liegend, schlafend, Fernseh guckend, zu dritt hinter den Warenstapeln quatschend: alles geht.

Und überall Straßenverkäufer mit Wurst und Reis und Gemüse und Obst und Nüssen und Undefinierbarem und ... und ... und... !!


Dienstag, 27.1.09, 67km

Also, auf Los geht's los. Erste Etappe mit dem Bus wieder zum Flughafen. Ist schnell und in der richtigen Richtung. Ich checke wo und wie der Bus für die Nachkömmlinge abgeht, finde dann doch einen fahrradtauglichen Weg vom Airport weg und lande auf einer langen Straße durch Vororte und Felder. Vorbei an Wartehäuschen, Imbissständen, Tempeln, Rasthäusern, Werkstätten, Wohnhäusern, Tümpeln, immer begleitet von der endlosen Kolonne der LKW's und PKW's und Pick-Up's und Mopeds,vorbei an Hunden und Vögeln. Bei der ersten Rast in einem Laden/Kneipe/“ich-weiß-nicht“ mache ich erste Erfahrungen im Radebrechen ohne Sprachkenntnisse.




Mal wieder mit den alten, amerikanischen Internet-Tricks finde ich ein Hotel in der Zielgegend: Chachoengsao. Da ich früh da bin, ist noch Zeit für einen (empfohlenen) Tempelbesuch.
Ist aber etwas enttäuschend. Gleich auf dem Rückweg noch in einem Straßenrestaurant – nebenan eine Hebebühne mit Wagen drauf – ohne Thaikenntnisse und ohne Englisch-Verständnis zu finden Abendbrot gegessen. Mit viel Vertrauen irgendwas, was in eine Schüssel passt, bestellt, war lecker. Zurück mit viel Vorsicht im Dunkeln ( 8km). Dabei einige Zweifel an den eigenen Fähigkeiten entwickelt, (eine Abzweigung vergessen, 2 Flaschen Bier aus der Tüte am Lenker verloren, ohne es zu merken!); gestresst, aber heile angekommen.


Mittwoch, 28,1,09, 75km


Da meine abgegebene Wäsche erst um 10 Uhr fertig war, hatte ich morgens alle Zeit der Welt, war im Pool schwimmen, hab in Ruhe gefrühstückt und via Goggle.Maps meinen Weg ausbaldowert ( Unglaublich: Goggle.Maps im Internet ist eine bessere Karte als alles,was ich in inzwischen 30 Läden zu kaufen gefunden habe!!).




Bin dann wieder über eine relativ große Straße los - da findet man wenigstens noch „zweischriftige“ Hinweisschilder, wo die Straße hinführt .
Mit Rückenwind kam ich gut voran, der Lärm stört mich nicht mehr. Erste Erfolge in der Kommunikation mittels meiner neu erworbenen Kenntnisse von 5 thailändischen Wörtern und des Phrase-books. Hab mehrmals Eiskaffee getrunken. War dann gegen kurz vor 5 Uhr in SriRacha, wo ich hin wollte. Diese Stadt liegt am Meer und hat schon die ersten Touristen-Hotels. Noch hab ich kein Vertrauen zu den thailändischen Lastwagenfahrern, bin ziemlich auf der Hut.
Das erstbeste Hotel genommen (super gut, 27€)
beim Spaziergang wurd es schon wieder dunkel. Plan: Morgen mindestens bis Pattaya fahren, das soll ein ziemlicher Rummelplatz sein, schaun 'mer mal.


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