Donnerstag, 29.1.09 53 km

Recht schöne Aussichten aus dem Hotelzimmer:


„Trotzdem“ schlecht aus dem Bett gekommen: Müde! Ist nicht schlimm, heute keine lange Strecke auf dem Plan. Als erstes um 11 Uhr zum Radladen (ich besuche zzt jeden Radladen, den ich finde), die Kette rutscht zwar nicht mehr über, dafür ist ein deutliches Knacken zu hören. Meine Diagnose: Ritzelpaket verschlissen, die Zähne nicht mehr breit genug. Immerhin hatten die die richtige Kassette vorrätig. Also gewechselt. Danach war das Geräusch weniger, war aber immer noch nicht ok. Der Mechaniker sah die Ursache im Innenlager. Das hat er gefettet (obwohl gekapselt), danach war's ok. Erst später – nach 10 km - kam wieder ein leichtes Knacken. Hmmm? Unerklärlich. Mal beobachten.

Anscheinend gibt es hierzulande einen Markt auch für teure Räder: es gibt eine Mountain-Biker-Szene; auf den Straßen sieht man so gut wie keine Radler, man tobt sich wohl am Wochenende im Gelände aus.

Um 12:30 dann auf dem Weg. Wieder diese 4-spurige, breite Straße.


Nach meiner Karte gibt es keine Alternative. Nach einer Stunde 'ne Cola, nach 'ner weiteren halben Stunde taucht Pattaya auf. Hochhäuser, bewässerte, mit Blumen bepflanzte Grünstreifen.
Rein in das Gomorrha. Unangenehme Verkehrssitten, Riesentrubel,




Café grenzt an Café, beides vor Hotels, auf der Straße ununterbrochener Verkehr und auf der anderen Seite der Strand.
Mindestens 7 Meter breit, voll mit Liegen, Sonnenschirmen und Europäern. Später dann werden die Kneipen größer, offene Front, dahinter mehrere 100 Stühle, nachmittags noch leer, Ulla, wir sind mal auf Korfu an einer Engländersiedlung vorbeigekommen, wo die Kneipen bis auf die Straßen reichten – so ungefähr war der hintere Teil. Dazwischen Kaufhäuser und Läden. Einige Geschäfte in kyrillisch beschriftet. In der zweiten und dritten Reihe geht es weiter mit Geschäften, Kneipen, Bars und Hotels. Und hier will ich bleiben? 5 km weiter am Jomtien-Beach soll es etwas ruhiger sein. Also dahin. Ruhiger heißt hier, dass es nur eine Geschäftsstraße gibt, und nur eine Reihe Kneipen. Naja, was soll's, für eine Nacht ist's ok. Hotel gesucht ( diesmal dritte Wahl akzeptiert, 650 Baht), schwimmen gegangen, Essen.

Ob das wohl vergleichbar mit Malle ist?



Freitag, 30.1.09 88 km


Diesmal in Pattaya / Jomtien Beach aufgewacht,
Frühstücken gegangen, der 'Hunger treibt's rein, geärgert, weil später gesehen, dass 2 Häuser weiter die leckeren Sachen auf den Tisch kamen.

Der Himmel winterlich(!) grau, ( hat auch was, ist nicht so heiß), an der Beachstraße an den Hotels und Kneipen entlang, bis die Rückseite des Paradieses zu Tage trat: Abfallhaufen, gleichmäßig verteilte Plastiktüten, Baracken, Dreck, Fischerboote auf stinkenden Kanäle.


Also weiter auf der Sukumvit 3, es wird netter: keine Industrie, keine Hochhäuser, mal Felder, mal Wald, immer wieder kleinere Häuser, ich esse mal wieder meine kleinen Bananen, die man immer im Kilo kaufen muss.


Nach 30 km kommt ein Kaff mit 'ner Marinebasis, dort esse ich für kleines Geld ein Reisgericht zu Mittag. Wieder Kommunikation ohne Worte. Klappt.
Ich versuche gerade, mir die umgekehrte Situation vorzustellen: Wie wäre das, wenn ein Thai nach Deutschland käme und kein Wort Deutsch sprechen könnte. Wie würden unsere Mitmenschen diesen Menschen empfangen? Ich hätte da ja nicht sehr viel Optimismus, dagegen fühle ich mich hier sehr geborgen.


Offensichtlich ist der Fischmarkt um diese Uhrzeit bereits beendet.


Auch hier treibt der Autowahn die üblichen Blüten:


Weiter. Immer noch dieselbe Straße: Sukhumvit, eine andere Schreibweise.


Eine Stunde später dann der erste Platten.

(Für Interessierte: Es ist zum Verzweifeln: Der Platten ist auf der Innenseite des Schlauchs, da wo eigentlich keine Splitter etc. hinkommen. Die Speichen sind mindestens 5mm entfernt!Wieso Da? Dazu kam, dass der Flicken nicht hielt. Kaum waren wieder 3 Bar auf dem Reifen, kam mir die Luft wieder entgegen – unter dem Flicken durch. Am Abend hab ich jetzt einen neuen Flickversuch gestartet, das geht nicht, dass ich Schläuche mit Loch wegschmeissen muss, da könnte ich ja gleich 20 Reserveschläuche einpacken)

Wer sagt eigentlich, dass auf einen Pick-Up nur 6 Leute, auf ein Moped nur 2 Leute passen?


Etwas später als geplant erreiche ich dann, noch zu einer guten Zeit Rayong, erneut eine Industriestadt, mit ua 2 großen Raffinerien und vielen Mopedläden.

Nette Leute zeigen mir, wie man wo Wasserflaschen nachfüllen kann, dann suche ich ein Hotel, sind genug da, lande im Rayong City Hotel, mache noch einen Spaziergang, sehe eine „Rayong Brew“-Kneipe, bestelle ein Bier – man fragt mich, welche der gängigen Sorten ich haben möchte, als ich alle ablehne, bietet man mir einen Jar an. Immer noch guter Hoffnung auf selbstgebrautes bestelle ich und erhalte einen Krug voll Bier – wahrscheinlich Heineken. Hmm, so war das nicht gedacht, Kommunikation misslungen. Schmeckte aber trotzdem.



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