Samstag, 31.1.09

Rayong – Klaeng, 55km

Wenn's schön ist, lasse ich mir morgens alle Zeit dieser Welt und komme nicht vom Hof. So auch heute.

Das Wetter ist wieder bewölkt und warm, 85 % Luftfeuchtigkeit. Die Qualität des Frühstücks ist ja auch nicht unerheblich für den Verlauf des Tages. Heute war das letztere ganz ok, große Auswahl, von europäisch bis thai, allerdings mochte mein Magen scharf gewürzte Gerichte als Tagesstart nicht wirklich leiden. Als 2. Gang war es dann ganz ok.

Kurz durch den Hotel-Pool und dann los. Wenigstens ist klar, wo es langgeht: immer geradeaus.


Gegen Mittag verschwindet der Dunst und die Wolken, wie in den letzten Tagen. 10 km hinter der Stadtmitte wurde es mal deutlich ländlicher und schöner – mehr Landschaft, ein paar Hügel, etwas rauf und runter, Felder, nicht mehr so kaputt.


Da macht das Rollen wieder mehr Spaß.


Für einen Euro gepflegt zu Mittag gegessen,


um 3 Uhr in Klaeng angekommen.

Wie viele Leute passen wie auf ein Moped?


Angeblich soll es hier ein Hotel geben, ich hab eine gründliche Stadtrundfahrt gemacht - unter anderen gibt es ein Stadtteil mit lauter ähnlichen Häusern,




alle 4-stöckig und unterschiedlichst in den kräftigsten Farben frisch angestrichen - bis ich ein Hotel gefunden hatte, billig und von mäßiger Qualität – egal, ok. Bisschen relaxt,dann mal wieder geschaut, wie dies kleine Städtchen so aussieht:
Größer als erwartet, ohne hohe Häuser, dafür belebt. Und auf den kleinen Gassen des überdachten Marktes fand ich es schon wieder nicht schwierig, die Orientierung zu verlieren.


Der Zustand währte aber zum Glück diesmal nicht lange. En passant einige leckere Kleinigkeiten gegessen: erstmal satt.

Dann habe ich eine Thai-Massage gewagt. War mir ja ein wenig suspekt, aber was gab's zu verlieren: 200Baht= 4,50€. (Dachte ich.) Also rein in komische Klamotten – riesen-weite Hose, enge Jacke, und ab auf die Matratze. Die Frau will mir die ganze Zeit ne Öl-Massage andrehen, ich weiß nicht wieso. Sie spricht auch kein Englisch. Auf geht's. Und dann drückt und zieht und biegt sie an mir rum, dass mir Hören und Sehen vergeht, ich dachte, es zerreisst mich, ich wusste gar nicht, an wie vielen Stellen ich empfindlich bin und Schmerzen empfinden kann. Zwischenzeitlich lacht/kichert die Frau viel, irgendwas an meinem Verhalten scheint ihr da unbekannt. Nach einer Stunde hat sie mich von oben bis unten und von vorne bis hinten durchgeknetet. Mir geht's wieder gut, die Schmerzen sind vergessen, ich fühle mich entspannt.


Sonntag, 1.2.09,

Klaeng – Chanthaburi, 66 km

Gut geschlafen, aus heftigen Träumen abrupt erwacht, mieses Frühstück, gutes Wetter: wie gestern - bewölkt und warm.




Der Himmel ist in diesem Land anders: Bei solch einem Himmel würde ich bei uns ein Gewitter vermuten. Is' hier aber nicht so!
Ich will die Strecke zügig hinter mich bringen, nach einer Stunde trinke ich einen Ananassaft, nach 1,5 h mache ich Mittags-Rast an einer „Autobahn-Raststätte“, nach 2 h halte ich an einem „Sound-Contest“( man vergleicht die Fähigkeiten der Auto-Anlagen, möglichst laute Töne zu erzeugen, vorzugsweise werde dazu tiefergelegte Pick-Ups benutzt, aber 3-er BMW's tun's auch). Dazwischen radele ich durch die tropische Region, einmal sehe ich auf der Gegenrichtung (30m weg) zwei sportiv bunt vermummte Radler mit Gepäck. Nach 3,5 h komme ich in Chanthaburi an, hier werden viele Edelsteine gehandelt, Provinzhauptstadt, mittelgroß,
mittels „Lonely Planet“ finde ich schnell ein günstiges,sympatisches, nur leider lautes Guesthouse '(Foto),


spaziere mal wieder durch die Stadt,

Was macht denn hier unser Papst? Oder ist er das gar nicht? Solche Plakate findet man hier öfters.


verlaufe mich diesmal dank Stadtplan nicht, schaue bei einer für mich neuen Sportart zu, man steht im Kreis, ein knapp handball-großer, geflochtener Ball wird mittels Fuß, Schulter oder Knie in der Luft gehalten, dabei sehe ich immer wieder enorme fast akrobatische Fähigkeiten, (unsere Schüler spielen etwas ähnliches mit einem kleinen sandgefüllten Ball: „hanky-panky“))


esse, trinke, sitze in der lauschigen Lobby des Guesthouses und bevor mich die Mücken zerstechen... gehe ich aufs Zimmer.


Montag, 2.2.09, Chanthaburi – Trat, 69 km

Ich schaffe es immer wieder, den Hauptteil meiner Strecke in der Mittagshitze zu fahren.


Vorbei an vielen Gärtnerein. Zum Glück wird es nicht wärmer als 34°C. Die Gegend wird immer schöner, die Blumen blühen schon auf den Flüssen.


Vorbei auch an Tempeln.


Und dann bin ich in Trat, dem Ziel meiner ersten Etappe.


Trat ist die schönste Stadt, die ich bisher gesehen habe, nicht wirklich ursprünglich, aber fast als romantisch zu bezeichnen. Unter vielen Gästehäusern finde ich ein recht schönes und quartiere mich ein. Abendessen gibt es wieder auf einem großen Markt.


Morgen geht's nur noch bis zur Fähre, dann ist erstmal Radlpause. Reicht auch erstmal.



← Vorherige Seite nächste Seite