Donnerstag, 12.3.09, Mae Chan – Chiang Khong, zu viele km


Heute bin ich bis an meine Kante gegangen, bin jetzt rechtschaffen platt.

Ich war mir morgens schon klar, dass bald ein ruhiger Tag anstehen müsste, Erschöpfung machte sich bemerkbar. Weil ich aber nach Chiang Khong wollte, hab ich wieder 87 km geplant. Das wär auch gut gegangen, wenn nicht, ... ja wenn nicht ...

Diese Stadt ist auf jeden Fall am mächtigen Mekong, am anderen Ufer liegt schon Laos. Ich könnte also morgen nach Laos übersetzen, werd aber wahrscheinlich einen Tag nur ausruhen und dann erst nach Laos einreisen.

Meine Erwartungen bezüglich Laos: viel Gebirge, wenige Hotels/Gästehäuser (das erste in 120 km), freundliche Menschen, wenig und langsames Internet. Also schnell noch 'ne Seite hochladen.

Hier laufen wieder massig Traveller herum, hier kann man Boote besteigen, die einen in 2 Tagen über den Mekong nach Luang Prabang bringen. An sich auch 'ne schöne Idee, insb. wenn mann ein Visa für Thailand braucht, dann könnte man die Reise von Luang Prabang per Flugzeug fortsetzen

Der Fluß ist etwa so breit wie der Rhein, oberhalb des Ortes sind gewaltige Felsriffe im Fluß zu sehen, die die Schifffahrt bestimmt arg behindern. Es gibt Pläne, sie wegzusprengen.

Am Unterlauf des Flußes – von China bis Kambodscha – sind 11 Staudämme mit Kraftwerken geplant. Dagegen regt sich Widerstand. (www.savethemekong.org )

Hier hat der Mekong das „Goldene Dreieck“ verlassen, und das war auch der Grund für meine Probleme: er hat sich einen Weg durch die Berge gebahnt, über die ich drüber muss.

Am Morgen hatte ich schon schlechte Laune, Null-Bock, wusste aber nicht wieso. Jetzt glaube ich: physiologisch bedingt, Erschöpfung!

Es rollte gut auf den ersten 50 km, auch ohne großen Kraftaufwand - im „Schongang,“ kam ich gut voran, nach 20km kam mir ein Radler mit Gepäck entgegen, sehr staubig der Mann, war ja auch seit 3 Jahre kreuz und quer durch Asien unterwegs, gestartet in Istanbul und erzählte mir von den Straßenverhältnissen in Laos.


Nach 35 km kam ich in die erste Stadt, Chiang Saen, schon am Mekong gelegen,


die mich zu einer kleinen Besichtigungsrunde einliedt.


Anderthalb Stunden später hab ich eine von diesen leckeren Suppen aus einer Suppenküche am Straßenrand gegessen und dann wurde ich schlapp und müde. Nach einer kurzen Pause ging's weiter.


Ja und dann kam der Berg, vielleicht 400, 500 Höhenmeter, da verließ mich die Kraft, ich habe einzelne Stücke geschoben.

Eigentlich dachte ich, das wär bei meiner Übersetzung vorbei, aber: Satz mit X! Naja, den Berg trotzdem geschafft.

Aber da mit war's noch nicht zuende: kurz danach ging es wieder 100 m hoch, wieder recht steil, das musste dann auch klappen, aber da hab ich begonnen, den Daumen rauszuhalten. Ich wollte ja irgendwann vor der Dunkelheit ankommen. 3 km später (nach 87 km Fahrt) luden mich dann 2 Frauen in ihren Pick-Up und nahmen mich für die restlichen 7 km mit. Mal sehen, ob ich am Muskelkater vorbeischrappe.

Es war mal wieder dunstig, diesmal kamen dazu viele kleine schwarze Flocken von oben. Es scheint so zu sein, dass der Dunst von der Brandrodung kommt, die hier alljährlich in der trockensten Zeit (also jetzt) vorgenommen wird,


auch wenn viele Leute das kritisieren, ist es hier eine weit verbreitete Praxis, die Auswirkungen wohl in der ganzen Region weiträumig zu beobachten sind.


Freitag, 13.3.09

Nach dem Frühstück ein weiteres Kapitel in der unendlichen Geschichte: Diesmal sind beide Reifen platt. Der eine hat ein Loch – wieder an der Innenseite, da wo die Speichen sind, der andere hat keins. Geflickt, gepumpt, weggefahren.




Ein Paket zur Post. Relaxation. Kaffee trinken. Gästehaus gewechselt, schöner.